Interview mit Anthony Joshua zum Kampf mit Wladimir Klitschko

29. April 2017, Wembley Stadion, London: Der britische Schwergewichtsweltmeister Anthony Joshua kämpft gegen Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko um seinen IBF-Weltmeistertitel sowie die vakanten IBO-und WBA- Superchampiontitel – voraussichtlich vor 90.000 Zuschauern!
Nach der ersten Pressekonferenz in den Katakomben des Wembley-Stadions traf RTL, das den Kampf in Deutschland überträgt, die beiden Kontrahenten zum Interview.

klitschkoRTL: Mister Joshua, welche Bedeutung hat dieser Kampf für Sie?
„Ach, es ist ein Kampf wie jeder andere auch und eigentlich ist es ganz egal, wo das ist und wer der Gegner ist. Aber klar, die Unterstützung von 90.000 Zuschauern ist schon phänomenal und eine riesige Werbung für unseren Sport.“

RTL: Was rechnen Sie sich gegen Wladimir Klitschko aus?
„Ich sehe die Chancen, wie Wladimir, bei 50 zu 50. Bei der Vorbereitung werde ich mich wieder darauf konzentrieren, in mich reinzuhorchen und wieder etwas über mich selbst kennenzulernen. Da werde ich alle Nebengeräusche abblocken und mich ganz nach innen fokussieren.“

RTL: Was haben Sie von Wladimir Klitschko in den letzten Jahren gelernt?
„Als er Champion war, wollte ich von ihm lernen, wie er sein Trainingscamp abhält, um es für meine Zwecke zu nutzen. Und ich konnte dort einiges mitnehmen, um es auf mich und meine Bedürfnisse zuzuschneiden. Ich habe die gemeinsame Zeit im Trainingscamp damals genutzt, um möglichst viel zu lernen und das zu meinem Vorteil einzusetzen.“

RTL: Spüren Sie jetzt schon eine gewisse Anspannung, wenn Sie an den Kampf denken?
„Dies ist einfach Teil meines Lebensweges. Ich werde mich nicht beirren lassen. Ich werde ruhig bleiben. Boxen ist schließlich mein Job. Nach dem Kampf kommt die nächste Aufgabe. Aber der Fight gegen Klitschko ist natürlich ein weiteres Sprungbrett für mich.“

RTL: Sie sind am Kampfabend 27 Jahre alt, ihr Gegner 41. Ist das ein Kampf der Generationen?
„Die alte Linie herrscht immer noch. Bei diesem Kampf geht es weniger um das Alter, es ist vielmehr eine Kopfsache. Wladimir hat gesagt, er ist besessen, das Ding zu gewinnen. Und ich weiß, dass er ein sehr gefährlicher Mann ist. Und wenn es mir gelingt, den Besten Schwergewichtler des letzten Jahrzehnts zu schlagen – was sagt das dann über mich? Das könnte der Beginn einer Legendenbildung sein.“

RTL: Was denken Sie: Kann das ein Kampf über die Runden werden?
„Ja, durchaus. Wir beide haben diesen olympischen Boxstil, wonach Du guckst, möglichst auszuteilen und nicht einzustecken. Wladimir achtet sehr auf die Balance seines Rückfußes. Mal ist er in Reichweite, mal ist er es nicht. Es ist schwierig, ihn zu treffen.“

(c)RTL

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