Fury über Klitschko: wie ein Mädchen! Klitschko über Fury: wie ein Kind!

IBF- und IBO-Schwergewichtsweltmeister sowie WBO- und WBA-Superchampion Wladimir Klitschko (39, l.) kämpft heute im WM-Duell gegen seinen britischen WBA-Pflichtherausforderer Tyson Fury.
IBF- und IBO-Schwergewichtsweltmeister sowie WBO- und WBA-Superchampion Wladimir Klitschko (39, l.) kämpft heute im WM-Duell gegen seinen britischen WBA-Pflichtherausforderer Tyson Fury.

Am Donnerstagnachmittag lud Wladimir Klitschkos Herausforderer Tyson Fury noch einmal zum Interview in sein Hotel. Nachdem er die britische Presse mit seiner Sicht der Dinge versorgt hatte, gab er RTL ein letztes Interview vor dem Kampf am Samstag in der Düsseldorfer ESPRIT arena (RTL, ab 22.10 Uhr).
Anbei Auszüge sowie eine Einschätzung von Wladimir Klitschko.

Mr. Fury: Sie haben zuletzt immer wieder mit Mätzchen für Aufmerksamkeit gesorgt. Warum dieses Getöse?
„Ich bin ein Allrounder. Es geht mir nicht nur ums Boxen, ich bin auch da, um die Leute zu unterhalten. Ich bin eine aufregende Attraktion.“

Was gibt Ihnen eigentlich Ihre Stärke?

„Für einen Kampf? Nein! Gott gibt mir meine Stärke und Kraft. Nicht meine Kinder oder meine Frau, nur Gott.“

Was assoziieren Sie mit dem Namen Klitschko?
„Stahl, Mechanik, Roboter.“

Stimmt es, dass Sie auf Ihren eigenen Sieg gewettet haben?

„Ich habe einen Haufen Geld auf mich gesetzt, 200.000 Pfund, wenn Sie es genau wissen wollen.“

Werden wir eher eine Ringschlacht oder ein schnelles Ende erleben?
„Ich glaube nicht, dass es einen schnellen K.O. geben wird, denn Wladimir ist sehr vorsichtig und wird im Ring oft vor mir weglaufen. Deshalb werde ich ihn erst vorführen und dann ausknocken.“

Wird das der schwerste Kampf Ihrer Profikarriere?

Nein, das wird mein leichtester Kampf, den ich zu einhundert Million Prozent gewinne.“

Warum haben Sie eigentlich fünf Wochen gebraucht, um das Ihnen zugesandte Probe-Handschuhpaar am Ende abzulehnen?
„Das sind alles Psycho-Spielchen. Ich versuche so, Bernd Bönte und seinen Rhythmus durcheinander zu bringen. Ich mag es, unorthodox und plump zu sein.“

Wird Ihre Familie am Samstag hier sein?
„Die Kinder nicht, aber meine Frau wird hier sein. Die Kinder sind zu jung, um mir beim Kämpfen zuzusehen.“

Bewundern Sie den Boxer Wladimir Klitschko?
„Ich respektiere ihn für das, was er erreicht hat. Er hat das höchste im Schwergewichtsboxen erreicht. Ich bewundere ihn aber nicht, nein. Ich will auf keinen Fall wie Wladimir Klitschko sein. Wir sind beide komplett verschiedene Typen. Er ist das graue T-Shirt. Ich bin das gelbe T-Shit mit pinken Punkten, das dir direkt ins Auge springt. Wladimir ist der Typ in der Ecke mit dem Orangensaft in der Hand und ich bin der Typ, der auf der Tanzfläche abgeht und die Seele der Party ist.“

Viele Herausforderer waren im Vorfeld eines Kampfes so selbstbewusst wie Sie, aber im Ring hatten sie Angst. Wie wollen Sie das verhindern?
„Ich werde das Tier herauslassen. Die anderen Gegner, die nach Deutschland kamen, haben erwartet, dass sie verlieren. Sie sind hier bereits zu 85 Prozent geschlagen angekommen. Sie sind ohne einen Funken Glauben hierhingekommen oder wenn überhaupt mit einer Fassade. Ich heuchle aber nicht, ich glaube aus tiefstem Herzen daran, dass ich Wladimir Klitschko besiegen kann und ich werde es beweisen.“

2011 war Sie im Trainingscamp von Wladimir Klitschko, ohne dass es zum Sparring kam. Wie haben Sie das erlebt?
„Er hatte Angst, er war wie ein kleines Mädchen. Ich dachte mir: ‘los geht‘s, ich ziehe mir direkt die Handschuhe an. Aber sie sagten nur:‘Nein, wir wollen dich nicht als Sparringspartner, er kämpft nur gegen jemanden, der klein ist, du bist zu groß‘. Aber ich weiß, dass er nicht gegen mich antreten wollte. Sein Selbstvertrauen war Null – noch niedriger als es heute ist.“

An Wladimir Klitschko perlen die verbalen Attacken des Briten gänzlich ab. Sein Kommentar:

„Mal kommt er im feinen Anzug, mal im Batman-Kostüm. Mal singt er, mal pöbelt er. Mal wählt er die Rechtsauslage, dann wieder die Normalauslage. In allem, was er tut, wirkt Tyson Fury so hektisch, unausgegoren und unreif auf mich. Er ist wie ein Kind und muss noch eine ganze Menge im Leben lernen. Er kann sich noch so locker, easy und teilweise auch witzig wie ein Clown präsentieren. Am Samstag wird es sehr ernst werden und das spürt er auch.“

(c)Text & Bilder rtl.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.